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Von Marc Lewandowski |
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Oben sehen Sie im Hintergrund den Braunschweiger Hauptbahnhof und in Bildmitte das am 01.10.1960 eröffnete neue Bw unserer Stadt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Braunschweig zwei Bahnbetriebswerke. Das Bw Braunschweig Hauptbahnhof (Bw Brg Hbf seit 1838) und das Bw Braunschweig Verschiebebahnhof (Bw Brg Vbf seit Anfang 1940). Das Bw Hbf befand sich am alten Hauptbahnhof im Bereich der heutigenTheodor-Heuss-Straße und wurde am 30.09.1960 nach 122 Jahren aufgelöst. Das neue Bahnbetriebswerk wurde das Bw Brg Vbf, das seit diesem Tage die Bezeichnung “Bw Braunschweig 1” führt. |
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Diese Idee wurden auch von der Stadt Braunschweig für gut befunden. Der Bau begann bereits im ersten Kriegsjahr 1940 auf der Grundlage zurückgestellter Pläne, die einst für das Bw Berlin-Großbeeren entworfen worden waren. Schon 1941 sollte das Bw dem Betrieb übergeben weden. Die Kriegseinwirkungen verzögerten jedoch alle Arbeiten. Erst 1943 war das erste Gebäude, der Wasserturm, fertiggestellt. |
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In den ersten Nachkriegsjahren hatte das noch lange nicht fertiggestellte Bw Brg Vbf eine Sonderaufgabe durchzuführen. Es handelte sich hierbei um den von der englischen Militärregierung angeortneten “Berlin-Verkehr”. Unter den damaligen Verhältnissen benötigten die Personale für eine Berlinfahrt, die normalerweise 5-10 Stunden dauerte, 8-14 Tage! Das Bw brauchte enorme Personal- und Material- verstärkung. Aus allen Teilen der englischen Besatzungszone wurden sie im Bw Brg Vbf für den Berlinverkehr eingesetzt. Gefahren wurde ausschließlich mit Lokomotiven der Baureihe 50. Es wurden weitaus mehr Lokomotiven benötigt, als vorhanden waren. Der Verschleiß war enorm, es ist nicht selten vorgekommen, dass Lokomotiven mit 5 heißen Achsen nach Braunschweig zurückkehrten. Mit der durch die Währungsreform ausgelösten Berlin-Blockade endeten diese Zustände schlagartig und das Bw Brg Vbf hatte seine Feuertaufe hinter sich. |
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Zum Betrieb einer Eisenbahn gehören bekanntermaßen nicht nur Lokomotiven und Wagen. Auch ohne umfangreiche maschinelle Anlagen wie z.B. Drehscheiben, Kräne, Werkzeugmaschienen, Signale usw. könnte eine Eisenbahn nicht betrieben werden. Um all diese Maschinen und Anlagen zu unterhalten, wurden sogenannte “M- Schlosser” eingesetzt. Sie gehörten genau wie die Elektriker zum Bw und wurden im Bw Bezirk zur Instandhaltung dieser Anlagen eingesetzt. Als ein Beispiel für diese sogenannten “M-Gruppen” möchte ich hier den Braunschweiger Drehscheibenbauzug nennen. Er wurde bereits 1946 erstmals eingesetzt. Ab dem 01.07.1964 wurde das Heizwerk, zu dem ich im Anschluss komme und der “M-Schwerpunkt” aus der Dienststelle Bw Braunschweig herausgekoppelt und mit der Bezeichnung Bw Braunschweig 2 selbstständig. “Bw Brg” wird von diesem Zeitpunkt an als Bw Braunschweig 1 geführt.
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Nach einem Erlass des Reichsverkehrsministeriums von 1944 sollte bei jeder Reichsbahndirektion Lokfahrschulen eingerichtet werden. Im RBD-Bezirk Hannover entschied man sich für eine Ausbildungsstätte im neu entstandenen Bw Brg Vbf. In dem neuen Wasserturm direkt unter dem 1000 m³ fassenden Wasserbehälter, der übrigens von der Eckertalsperre gespeist wurde, gab es ausreichend Platz. In diesem Gebäude standen 6 Stockwerke mit jewals 225 m² leer. Durch die Kriegsereignisse verzögerte sich allerdings die Einrichtung der Schule. Der erste Leergang der Schule begann am 28.05.1947, konnte aber noch nicht in den Wasserturmräumen durchgeführt werden. Er fand im Eisenbahnerholungsheim Festenburg im Harz statt. Doch bereits mit dem zweiten Bewerberblock im August 1947 zog die Schule in die neuen Räume imWasserturm um. |
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Nicht nur Lokführer wurden hier ausgebildet, auch zahlreiche andere Lehrgänge fanden in den Räumlichkeiten an der Ackerstraße statt. Einige davon möchte ich kurz erwähnen: Kesselprüferlehrgänge, Wagenmeisterlehrgänge, Zugführerlehrgänge, Kleinlokführerlehrgänge, Indusilehrgänge, Rangiererausbildung, usw. |
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Es gab auch noch ein drittes Bw in Braunschweig, das ich hier erwähnen möchte. Das Bw Braunschweig Nord gehörte bis 1938 zu der privaten braunschweigischen Landeseisenbahn und wurde nach zähen Verhandlungen am 31.03.1938 der Reichsbahn und somit dem Maschinenamt Braunschweig unterstellt. Das Bw lag am Braunschweiger Nordbahnhof. Durch einige Gleisänderungen, von denen auch noch eine zweite private Bahn indirekt betroffen war, tangiert war auch die Braunschweig Schöninger Eisenbahn, wurde eine Verbindung zum alten Braunschweiger Hauptbahnhof geschaffen. Am 15.10.1944 wurde das Bw Braunschweig Nord durch massive Luftangriffe der Alliierten völlig zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. |
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