Die ehemalige Ausbildungsstätte und Lehrwerkstatt im AW Braunschweig

Rückseite

Dieses Bilder entstanden 2003 und zeigten den Zustand der ehemaligen Ausbildungsstätte. Im linken Gebäude befanden sich die Unterrichts- räume und im Anbau rechts daneben war die Lehrwerkstatt untergebracht. Ausgebildet wurden hier in einer 4 1/2 jährigen Lehre, Schlosser, Dreher und Kesselschmiedehandwerker. Die Bewerber um eine Lehrstelle mussten die Volksschule oder eine andere gleichwertige Schule besucht und erfolgreich abgeschlossen haben. Das erste Jahr verbrachten die Lehrlinge in der Lehrwerkstatt und wurden dann anschließend direkt im Werk in den entsprechenden Abteilungen ausgebildet.

Der Eingang zur ehemaligen Lehrwerkstatt. Damals waren die Räder noch beflügelt, heute sind sie wohl eher mit “Stützrädern” ausgestattet. Eines der letzten Zeugnisse von den einst großen Tagen des AW Braunschweig.

Eigentümer der alten Schule ist mittlerweile die Stadt Braunschweig, die das Haus abreißen wollte, um an gleicher Stelle vier mehrstöckige Bauten zu errichten, in denen ein Bionik-Zentrum untergebracht werden sollte. Derzeit wird allerdings nicht mehr davon ausgegangen, dass dieses Projekt umgesetzt wird.

Das AW Braunschweig ist als letztes in Niedersachsen nahezu komplett in seiner Ursprungsform erhalten geblieben. Das Fehlen der Lehrwerkstatt und das Errichten moderner Bauten würde das Bild der Gesamtanlage völlig zerstören. Sehr bedauerlich wäre es aber, wenn damit die einzig unverändert gebliebene Industrieanlage der 30’er Jahre Geschichte wäre.

Leider sieht das Gebäude innen wie außen sehr mitgenommen aus. Es wurde lange nicht benutzt die Löcher im Dach lassen den Regen eindringen, der nach und nach die Bausubstanz dieses Hauses zerstört. Auf den unteren Bildern, die aus dem Jahre 2003 stammen, können Sie einen kleinen Blick in das innere der ehemaligen Schule werfen. Mittlerweile wurden einige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, aber alles in allem, ist das Haus in einem beklagenswerten Zustand.

Das war der Durchgang zwischen Treppenhaus und Ausbildungswerkstatt.

Blick in eines der ehemaligen Klassenzimmer

In diesem Raum  ist über das defekte Dach des Anbaus Regenwasser eingedrungen.

Die alte Lehrwerkstatt heute. Blick auf die Nord-Seite der Halle. Hier fand die praktische Ausbildung der AW bzw. RAW Schüler im ersten Jahr ihrer Ausbildung statt. Die Türen am Ende der Halle führen in die Schweißerei und nach draussen.

Dies ist eines der Lokomotivmodelle, die in dieser Halle angefertigt wurden. Die meisten Modelle, befinden sich heute im Verkehrs- museum Nürnberg. Eine Lokomotive stand immer in einer Vitrine im Hauptbahnhof Braunschweig, bis sie sich von der Bundesbahn- direktion Hannover unter den Nagel gerissen wurde. Selbst bei solchen Kleinigkeiten haben sich die Braunschweiger von den Hannoveranern den Rang ablaufen lassen.

In einer Ecke des Berliner Verkehr und Technikmuseums, zwischen zwei ausgestelleten Lokomotiven, fand ich eines der Modelle wieder, welches von Lehrlingen im AW Braunschweig angefertigt wurde. Vielleicht ist es sogar die 03, die auf dem obrigen Bild zu sehen ist. Leider war es in dem dunklen Schuppen und in der Enge nicht möglich, bessere Aufnahmen zu machen. Die Bilder zeigen trotzdem die enorme Detailtreue, mit der hier gearbeitet wurde. Manch ein Kunststoffmodell aus heutiger Zeit, kann da nicht mithalten.

Lehrlinge des RAW`s beim Bau eines 1:10 Lokomotivmodells. Dieses Bild ist nicht in diesem Gebäde entstanden. Allerdings wurden gleiche Modelle auch hier angefertigt.

Lehrlinge des RAW`s in der Waschkaue.

Hier geht es zurück zum Grundriß.

Erwähnenswert ist noch, dass auch Flugzeugmodelle in der RAW Ausbildungswerkstatt gebaut wurden. Dies diente dazu, den Umgang mit Werkzeug und Material zu erlernen. Jeder Schüler baute das Flugzeug für sich selbst, dies förderte im besonderen Maße das genaue Arbeiten der Schühler.

Die ehemalige Waschkaue der Ausbildungswerkstatt Sommer 03.