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Von Marc Lewandowski |
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Es wahr ihr nicht nur vergönnt, die Letzte 01/10 im regulären Dienst der Deutschen Bundesbahn zu sein, sondern zwei Jahre später ist sie wieder einmal die letzte... |
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Die letzte Fahrt der 01 1063 auf Braunschweiger Gleisen. Die Frühlingssonne lässt an diesem April Vormittag den frischen Lack der Lok leuchten und schafft es, wenigstens den Kessel der Maschine von außen ein wenig zu erwärmen. Erwärmen können sich trotz des schönen Motives nur wenige Dampflokfreunde. Es ist nur zwei Jahre her, da sind die Lokomotiven in solch ansprechendem optischen Zustand noch mit eigener Kraft aus dem AW in den Betriebsdienst gefahren. Bei vielen kommt Wehmut auf, hätte man die Maschine nicht doch Betriebsfähig herrichten können? Aber die Gelder die aufgebracht wurden mußten, hätten dafür nicht gereicht. Es ist sowieso sehr viel guter Wille und private Initiative von den damals Verantwortlichen von nöten gewesen, um die Maschine in diesen Zustand zu versetzen und als Dampflokdenkmal für Braunschweig zu erhalten und herzurichten.. Nun macht sie sich auf den Weg. Ihr letzter Weg auf dem regulären Schienennetz, gezogen von der nachfolgenden Lokomotivgeneration. Die 140 km/h die sie einst aus eigener Kraft erreichte liegen lange in der Vergangenheit. Jetzt geht es langsam auf die letzte Fahrt. |
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Fast zeitgleich mit der Überführungsfahrt vom AW, beginnen am Nordbahnhof die Vorbereitungen für die Verladung der Lok auf den Straßenroller. Es ist einiges an schwerem Gerät nötig gewesen, um diesen Brocken von immerhin noch über 100 t auf der Straße zu bewegen. Ein Schwertransport, den die DB AG in dieser Form nicht mehr durchführen kann, da sie sämtliche Straßenroller und die dazugehörenden Kaelble Zugmaschinen inzwischen stillgelegt hat. |
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Es soweit, die 01 1063 wird jeden Moment das öffentliche Schienennetz verlassen. So spektakulär, wie sich einst diese Maschinen mit ihrem Dreizylinderklang im Betriebsdienst zeigten, so spektakulär ist für die zahlreichen, teilweise von weit her angereisten Eisenbahnfreunde, die Verladeaktion am Nordbahnhof gewesen. Eine Frage ging aber dennoch durch die Reihen! Wird die Lok jemals wieder auf das Schienennetz zurückkehren? |
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In der Nacht vom 28. auf den 29.04.1977 trat die 01 1063 ihre vorerst letzte Reise an. Auf dem ersten Bild sehen Sie die seltene Fracht auf dem Altewiekring kurz hinter der Kreuzung Helmstedter Straße. Das zweite Bild entstand an der Kreuzung Leonhardstraße. Hier wurde die Fahrspur gewechselt und der Schwerlasttransport konnte unter der angehobenen Oberleitung der Straßenbahn hindurchfahren. |
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Berliner Platz, dass Ziel ist fast erreicht. Auf dem ersten Bild ist hinten rechts die beleuchtete Uhr des Braunschweiger Hauptbahnhofes zu erkennen. Leider ist auch auf dem original Foto die Zeit schlecht auszumachen. Es könnte so gegen 21 Uhr gewesen sein, als die Lok dort eintraf. Auf dem rechten Bild wird die Lok in die Abladeposition vor den Denkmalsockel manövriert. |
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01 1063 betritt den Podest, sie rollt jetzt noch einmal einige Meter auf eigenen Rädern. Aufgestellt wurde sie bereits am Donnerstag Abend, gegen 22:00 Uhr. Der offizielle Termin ist allerdings erst am morgigen Freitag den 29.04.1977. Es fehlten ja auch noch der Tender und der Schornstein. |
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Wie sie den Bildern entnehmen können, war bereits an diesem Abend die halbe Stadt und mindestens die gesamte Eisenbahnszene Braunschweigs mit dabei. Alle Arbeiter und Organisatoren kamen und brachten Ihre Familien mit. Hatte doch die Stadt bis dahin soetwas noch nicht erlebt. Selbst ich bin dabeigewesen, der kleine Junge mit der Pudelmütze auf den Schultern in der Bildmitte, dass war ich. Das ich da mit fotografiert wurde, ist allerdings reiner Zufall. Herrn Bode, dem wir die Zurverfügungstellung der Aufnahmen verdanken, habe ich erst 28 Jahre nach dieser Aufnahme kennengelernt. Herzlichen Dank für die Bilder an dieser Stelle. Am frühen Morgen des 29.04.1977, es war der Freitag der offiziellen Denkmal- enthüllung, war von dem Spektakel der Nacht nichts mehr zu sehen. Der Tender der noch spät in der Nacht vom Nordbahnhof geholt wurde, war nun auch an seiner Position. Nur der Schornstein lag noch vor der Lok auf einer Palette. Langsam begannen die Vorbereitungen für das Offizielle Spektakel am Nachmittag. Die Lok bekam ihren Schlot eingesetzt und der Rednerpodest wurde aufgestellt. |
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29. April 1977, 16:00 Uhr. Das Dampflokdenkmal wird offiziell enthüllt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf den unteren Bildern sehen Sie einige Eindrücke dieses Tages. Darunter habe ich den Zeitungsartikel, der über dieses Ereignis berichtete und am darauffolgenden Samstag in der Braunschweiger Zeitung erschienen ist, eingestellt. Als ich die April Zeitungen des Jahres 1977 für die Recherche zu dieser Publikation durchblätterte, hatte ich gehofft, dass sich etwas auf den Titelseiten finden lassen würde und wesentlich ausführlicher über dieses Ereignis berichtet wird. Aber weit gefehlt, nur zwei mal war die Aufstellung in der Presse. Möge sich jeder seinen eigenen Reim darauf bilden. |
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30. Juli 1993 Die Aufnahmen zeigen die Lok bei einer ihrer wenigen Restaurationen, die sie als Denkmal erfahren hat. Leider hatten die Maler nur sehr wenig Erfahrung in der Farbgebung einer Dampflokomotive. Es wurden viele Details wie Schilder oder auch die gelben Radreifenmarkierungen einfach überstrichen und somit unkenntlich gemacht. Besonders bedauerlich ist das nur sehr schlecht wiederhergestellte Untersuchungsdatum vom AW Bwg an der vorderen Pufferbowle. Für eine Denkmallokomotive, die zum größten Teil aus der Entfernung betrachtet wird, muß das wohl ausreichend sein und für den Geldbeutel der Denkmalpflege allemal. Für Eisenbahnfreunde, ehemalige Mitarbeiter des Ausbesserungswerkes oder alle anderen, die sich so etwas aus der Nähe ansehen, ist es ein trauriges Bild. Die folgenden vier Aufnahmen stammen von Herrn Heiko Samus, dem ich für die Zurverfügungstellung herzlich danke. |
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2003 - 2007. Im Jahr 2003 habe ich erstmalig im Internet über die 01 1063 berichtet. Seitdem besuche ich die Lok in unregelmässigen Abständen, um immer mal wieder ein Foto zu machen. In den letzten Jahren beobachte ich daher, dass die Lok immer leichter wird. Dies liegt allerdings nicht am Rostfraß, der erstaunlicherweise für die Dauer der Standzeit im freien sehr gering ist. Abgesehen von einigen Vandalismus- schäden verflüchtigen sich immer mehr Anbauteile der Lok. Lampen, Schilder, Wasserstände und Öler um nur einige zu nennen. Man benötigt schon einiges an Werkzeug um solche Teile abzumontieren. Also sind die Teile wohl mit Vorsatz verschwunden! Schade eigentlich das diese vermeidlichen Eisenbahnfreunde, andere können diese Teile wohl kaum gebrauchen, die Leistung nicht achten die die Männer aufgebracht haben um diese Lok in einem Maßstäbe setzenden Zustand auf den Denkmalsockel zu bekommen. Die folgende Galerie zeigt Braunschweigs Dampflokdenkmal im heutigen Zustand, 30 Jahre nach der Aufstellung. Möge sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen. |
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Das waren sie nun, die letzten 68 Jahre dieser Lok. Auch wenn ich hier nur einen kleinen Teil dieses langen Lokomotivlebens wiedergeben konnte, so hoffe ich doch, dass ich Sie auch dieses mal wieder gut unterhalten habe. Für viele war die Betrachtung dieser Seite sicherlich eine kleine Zeitreise, genau so wie für mich die Arbeit daran. Ich danke ausdrücklich noch einmal allen denen, die mir bei der Erstellung dieser Seite, mit der Zurverfügungstellung ihrer Bilder und Erlebnisse geholfen haben. Wenn es Ihnen auch gefallen hat oder wenn Sie noch das ein oder andere zum Thema anmerken wollen, würde ich mich über ein Feetback in meinem Gästebuch sehr freuen. Abschließend möchte ich noch bemerken, dass die Lok im Jahr 2009 ihren 70 Jährigen Geburtstag feiern könnte. Sie ist damit ein technisches Denkmal dem ein bischen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte als jetzt. Vielleicht ergeben sich neue Perspektiven für eine wenigstens optische Aufarbeitung der Lok. Möglicherweise wäre sie auch im Lokpark an der Borsigstraße in Verbindung mit dem Projekt Braunschweiger Zeitschiene besser aufgehoben als vor dem Bahnhof ohne Bezug und ohne Hinweis darauf, dass dies die Lokomotiven waren, die einst das Rückrad des Deutschen Personenverkehrs bildeten. Das in unserer Stadt das Ausbesserungswerk stand, welches diese einst modernsten technischen Erungenschaften der Eisenbahn unterhielt. |
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