Teil 7
 Semmenstedt - Mattierzoll

Von Marc Lewandowski

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Die Trasse von Semmenstedt zum Bahnhof Winnigstedt

Auszug aus den Topographischen Karten  L 3930

Auf der ehemaligen Trasse zwischen Semmenstedt und Winnigstedt ist es möglich, mit dem Fahrrad den alten Gleisverlauf zu erkunden. Fast ununterbrochen führen hier Feldwege entweder direkt auf der ehemali- gen Trasse oder neben ihr her. In Winnigstedt selbst ist der alte Gleis- verlauf als Spazierweg ausgebaut.  Dort wo auf der Karte die Nummer 6 markiert ist, beginnt der Weg. Er führt immer dem alten Gleisverlauf folgend entlang einem kleinen Bach direkt auf Winnigstedt zu. Der Weg überquert den Bach, genau wie damals die BSE. Die heutige Brücke ist passenderweise aus  Eisenbahnschwellen gebaut. Von hieraus geht es weiter bis kurz vor den Bahnhof. Wir verlassen nun die Trasse, um auf der alten Ladestraße weiterzufahren. Am alten Bahnhofsgebäude Winnigstedt vorbei führt der Weg, nachdem eine Straße überquert wurde, wieder auf die alte Trasse weiter. Wieder folgt eine aus Eisenbahnschwellen gebaute Brücke. Etwa dort wo die Karte endet, endet auch der ausgebaute Weg auf der Trasse.

Fotoposition 1 Blickrichtung Westen. Im Bereich der Ortschaft Semmenstedt ist die ehemalige BSE Trasse ein kleines Stück als Spazierweg ausgebaut.

Fotoposition 4 Blickrichtung parallel zur Trasse. Hier markiert die im Bogen verlaufende Baumreihe den ehemaligen Gleisverlauf.

Fotoposition 2 Blickrichtung parallel zur Trasse. Hier ist auch nach 34 Jahren Stillegung noch gut zu erkennen, wo einst der Feldweg über die Bahn führte.

Fotoposition 5 Wie hier sind auch noch an verschiedenen anderen Stellen die ehemaligen Kilometersteine wiederzufinden.

Fotoposition 3 Blickrichtung Winnigstedt. Hier wird die alte Trasse als Feldweg genutzt, das noch vorhandene Schotterbett ist perfekt dazu geeignet.

Fotoposition 6 Blickrichtung Winnigstedt. Hier kurz vor dem Ort hat die Trasse wieder als Spazier- und Radweg die Zeit überlebt.

Auszug aus dem ab 1. Dezember 1961 gültigen Buchfahrplan der BSE

Am ersten Dezember, gleich nach Beendigung der Rübenkampagne, erschien der neue Buchfahrplan. Wie auf dem Beiblatt unter Punkt 2. ersichtlich, wurden über Winnigstedt hinaus nur noch nach Bedarf Zugleistungen erbracht. Die ersten Vorboten der drohenden Stillegung standen nun schwarz auf weiß in den Fahrplänen.

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Der Bahnhof Winnigstedt

Diese in den 60er Jahren entstandene Aufnahme, zeigt den Bahnhof Winnigstedt von der Gleisseite.

Der Bahnhof Winnigstedt im Januar 2005. Das Haus ist heute in Privatbesitz und wird als Wohnhaus genutzt.

Der Gleisplan des Bahnhofes Winnigstedt. Dieser Bahnhof war mit Einführung des Winterfahrplans 1961 Endstation der BSE auf dem Streckenast nach Mattierzoll. Es gab wegen der deutschen Teilung in Mattierzoll keinen Übergabeverkehr mehr. Deshalb hatte der nur knapp 3 km entfernte Bahnhof an Bedeutung verloren und wurde nur noch wärend der Erntezeit als Umschlagstation angefahren. Trotzdem wurde nartürlich die weiterführende Stecke regelmäßig inspiziert, um bei Bedarf sofort wieder nach Mattierzoll fahren zu können. Wie auch jede andere Bahn hatte natürlich auch die BSE entsprechende Fahrzeuge für die Streckeninstandhaltung. Eines davon möchte ich jetzt kurz vorstellen, bevor es weiter geht in Richtung der eigentlichen Endstation Mattierzoll.

Leider ist auch dieses Fahrzeug nicht erhalten geblieben. Es wurde nach Stillegung der BSE einem regionalen Eisenbahnverein angeboten. Aber leider zeigten die damals im Vorstand Verantwortlichen kein Interesse an dieser seltenen Draisine .

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Die Trasse von Bahnhof Winnigstedt zum Übergabebahnhof Mattierzoll

Auszug aus der Topographischen Karte L 3930

Fotoposition 2 Blickrichtung Süden. Der alte Trasseverlauf  ist links im Bild unter der Baumreihe. Der Radweg führt parrallel bis kurz vor die ehemalige Staatsbahnbrücke bei Mattierzoll. Dann führt eine kleine Treppe den Bahndamm hinunter.

Fotoposition 4 Diesmal in entgegengesetzter Richtung nach Osten. Das ist die Rampe, die auf die Brücke bzw. von der Brücke herrunter führt. Die Brücke über die Staatsbahn befand sich ganz links nicht mehr im Bild.

Fotoposition 1 das erste Bild ist mit Blickrichtung Süden aufgenommen. Es zeigt die Trasse der BSE direkt nach verlassen des Bahnhofes Winnigstedt. Das zweite Bild ist ein Stück hinter der Brücke in entgegengesetzter Richtung entstanden. Im Vordergrund sind noch die originalen Schottersteine des alten Gleisbettes zu erkennen.

Fotoposition 3 Blickrichtung Westen quer zur Trasse. Hier lag einst die Brücke über die Staatsbahn. Die Anhöhe links im Bild ist das ehemalige Schotterbett der Staatsbahntrasse. Gleich nach der Brücke machte das BSE Gleis einem Rechtsbogen nach Westen.

Fotoposition 5 In Mattierzoll liegt kein Meter Gleis mehr. Weder von der BSE, noch von der Staatsbahn bzw. der DB. Auf diesem Weg ist aber noch der Rest des ehemaligen Übergabegleises zwischen BSE und Stb zu finden. Das BSE Gelände begann genau dort, wo jetzt der grüne Zaun und die Bäume sind.

Fotoposition 4 Blickrichtung Westen parallel zur Trasse. Links im Bild ist noch der Bahndamm der BSE zu erkennen. Direkt am Genossenschaftsgebäude vorbei führte das Gleis in den Bahnhof. Das Stellwerk hinten rechts im Bild gehörte zur Staatsbahn.

Fotoposition 6 An dieser Stelle überquerte einst das Übergabegleis zur  Kleinbahn Heudeber-Mattierzoll KHM die B79. Die Schranke ist zur Erinnerung geblieben. Allerdings nicht um an die Bahn zu erinnern. Unwissenden wird diese Schranke als Zollschranke in Anlehnung an den Ortsnahmen verkauft.

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Der Übergabebahnhof Mattierzoll Süd

Das waren einst die umfangreichen Gleisanlagen des Eisenbahnknotenpunktes Mattierzoll um 1930. Das gelb Gefärbte ist der BSE Teil. Die restlichen Gleisanlagen gehörten zur Staatsbahn bzw. Bundesbahn. Nummer 1 ist das von Braunschweig kommende Gleis. Nummer 2 ist das bis 1945 im Betrieb befindliche Übergabegleis zur Kleinbahn Heudeber Mattierzoll. Nummer 3 und 4 sind die Schnittstellen zwischen Staats- bahn und Braunschweig Schöninger Eisenbahn. Die mit Nummer 3 gekennzeichnete Stelle ist die gleiche, die Sie auf den obigen Bildern unter Fotoposition 5 finden.

Rübenzüge im Bahnhof Mattierzoll Süd. Der linke volle Zug ist aus Winnigstedt und hier bereitgestellt für die Übergabe an die DB. Der linke Leerzug ist von der DB gerade aus Schladen angekommen.

Der BSE Bahnhof Mattierzoll Süd am 13.11.1965. Diese Aufnahme,  genau wie das Bild zuvor, stammen von Herrn Günter Bode aus Wolfenbüttel.  Herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung.

Dasselbe Gebäude im Jahr 2005. Das Haus ist heute in Privatbesitz und wird bewohnt. Auf dem  ehemaligen Gleisfeld und den Bahnsteigen stehen heute hohe Bäume.  Nur der blasse Bahnhofsname über der Eingangstür erinnert an das, was einst hier war.

Die Gleisanlagen des BSE Bereiches im Bahnhof Mattierzoll Süd. Gleis 1 und 2 waren dem Persohnenverkehr vorbehalten. Die Glei- se 3, 4, und 5 dienten als Bereitstellungsgleise für den Übergabeverkehr. Das rechts neben dem Bahnhofsgebäude gebogen eingezeichne- te ist der Unterführungstunnel, der unter den Staatsbahngleisen vom dortigen Bahnhof kommend durchführte.

Auf dem rechten Bild ist der Bahnhof Mattierzoll Süd in seiner Gesamtansicht zu sehen. Das Foto entstand, als die BSE schon lange keinen Personenverkehr mehr auf der Schiene durchführte. Heute ist es nicht mehr möglich, aus dieser Position das Bahnhofsgebäude zu fotografieren. Man würde mitten in einem Wald stehen und das Haus vor Bäumen gar nicht erkennen.

Mit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Schiene begann der Anfang vom Ende für die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn. Mit diesem Artikel aus dem Niedersächsischen Ministierialblatt beende ich nun auch meine Aufzeichnungen auf diesem Streckenast. Ich hoffe, ich habe Sie gut informiert und konnte Ihnen ein kleines Stück Braunschweiger Eisenbahngeschichte näher bringen.

MfG Marc Lewandowski

Ebenfalls interessante Informationen über die BSE finden Sie auf den Seiten von Gottfried Spicher oder Jürgen Bode

http://www.planet-interkom.de/gottfried.spicher/
http://elm-asse-kultur.de/html/body_bse.html

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Ich hoffe, Ihnen hat bis jetzt dieser kleine Ausflug in die Vergangenheit der BSE gefallen. Falls Sie Fotos, Informationen oder persönliche Erlebnisse haben, die diese Seite bereichern könnten,  würde ich mich über eine Zurverfügungstellung sehr freuen. Herzlichen Dank an alle, die dies bereits getan haben. Bitte achten Sie auch die Urheberrechte dieser Publikation.